Verbindliches Treuhandverfahren für Immobilientransaktionen in der Türkei
Gesetzgebung

Verbindliches Treuhandverfahren für Immobilientransaktionen in der Türkei

  • 3 Min. Lesezeit
  • Veröffentlicht am 22.07.2026

Die Türkei hat Barzahlungen bei Immobilienkäufen untersagt. Zur Betrugsprävention ist für alle Transaktionen nun die Nutzung des offiziellen Treuhandverfahrens (Güvenli Ödeme Sistemi) vorgeschrieben.

Der türkische Immobilienmarkt unterliegt seit diesem Monat einer maßgeblichen regulatorischen Neuerung. Mit Wirkung zum 1. Juli 2026 sind Barzahlungen bei Immobiliengeschäften landesweit strikt untersagt. Was bisher als optionale Sicherheitsmaßnahme galt, ist nun der gesetzliche Standard für jede Transaktion, wie im Amtsblatt veröffentlicht. Dieses Verfahren ersetzt herkömmliche, risikobehaftete Zahlungsmethoden durch den staatlich verankerten digitalen Prozess, bekannt als Güvenli Ödeme Sistemi (Treuhand-Zahlungssystem).

Durch die gesetzliche Verpflichtung hat die Regierung ein staatlich überwachtes Treuhandmodell implementiert. Der Austausch größerer Bargeldsummen oder Zahlungen über ungeprüfte Bankwege außerhalb dieses Systems sind unzulässig. Die Abwicklung erfolgt ausschließlich über autorisierte Finanzinstitute. Dies gewährleistet eine lückenlose Nachverfolgbarkeit der Investition und stellt sicher, dass die Eigentumsübertragung im Grundbuch zeitgleich mit der Kaufpreiszahlung erfolgt. Ein wesentlicher Schritt zur Erhöhung der Transparenz und Professionalisierung im Immobiliensektor.

Absicherung von Investitionen durch Treuhandmechanismen

Das Kernstück des Güvenli Ödeme Sistemi ist die Verwahrung der Kaufsumme auf einem neutralen Treuhandkonto bis zur Bestätigung der Eigentumsübertragung durch das Grundbuchamt. Der Käufer überweist den Betrag auf ein spezifisches Treuhandkonto bei einem von der Bankenregulierungs- und Aufsichtsbehörde (BRSA) autorisierten Institut. Diese Mittel werden bis zum Abschluss der offiziellen Eigentumsregistrierung gesperrt.

  • Synchronisierte Abwicklung: Die Grundbucheintragung und die Auszahlung des Kaufpreises finden innerhalb des digitalen Systems zeitgleich statt.
  • Kapitalschutz: Die Freigabe der Gelder erfolgt erst nach der finalen Genehmigung durch die Generaldirektion für Grundbuch- und Katasterwesen.
  • Systematische Überprüfung: Die Bank fungiert als neutrale Instanz, die sicherstellt, dass alle vertraglichen Bedingungen erfüllt sind.

Dieses Kontrollsystem bietet insbesondere ausländischen Käufern ein Höchstmaß an Sicherheit, da das Risiko der Vorleistung entfällt. Sollte der Eigentumsübergang aus technischen Gründen nicht stattfinden, verbleiben die Gelder auf dem Treuhandkonto und können an den Käufer rückerstattet werden. Dies eliminiert das Risiko eines Zahlungsausfalls oder betrügerischer Verkäuferhandlungen.

Betrugsprävention und Dokumentenechtheit

Hauptziel dieser durch das Handelsministerium initiierten Reform ist die Eliminierung finanzieller Risiken, die bisher bei hochpreisigen Bargeldtransaktionen bestanden. Durch den Ausschluss von Bargeld schließt das Treuhand-Zahlungssystem kriminelle Aktivitäten wie die Verwendung von Falschgeld oder das mit dem Transport großer Bargeldbeträge verbundene Raubrisiko aus.

Darüber hinaus verhindert die Digitalisierung des Prozesses wirksam Urkundenfälschungen. Da Banken und Grundbuchamt über eine bei Antragstellung generierte Referenznummer vernetzt sind, ist eine Manipulation der Kaufpreise oder die Vorlage gefälschter Zahlungsbelege ausgeschlossen. Das System stellt sicher, dass der offiziell erklärte Preis dem tatsächlich gezahlten Betrag entspricht, was die Integrität von Marktbewertungen und steuerlichen Meldungen nachhaltig verbessert. Diese Reform schafft eine verifizierbare Historie für jede Immobilientransaktion.

Für Investoren mit Wohnsitz im Ausland vereinfacht der digitale Ablauf die administrative Abwicklung. Sobald Käufer und Verkäufer eine Einigung erzielt und den Antrag beim Grundbuchamt gestellt haben, initiiert der Verkäufer den Vorgang über das Bankensystem mittels Referenznummer. Der Käufer schließt die Überweisung ab. Dies ersetzt ineffiziente, fragmentierte Prozesse durch eine strukturierte, lineare Abfolge und orientiert sich an internationalen Standards für Transaktionssicherheit.

Summer Homes legt höchsten Wert auf die rechtliche Absicherung unserer Kunden und stellt sicher, dass sämtliche Kaufschritte den neuen nationalen Normen entsprechen. Wir wickeln Transaktionen unter Einbeziehung staatlich anerkannter Gutachter und offizieller Bankkanäle ab, einschließlich der notwendigen Bescheinigung über den Devisenkauf. Durch die konsequente Einhaltung der Protokolle des Treuhand-Zahlungssystems und die Zusammenarbeit mit autorisierten Finanzinstituten gewährleisten wir die Compliance und Sicherheit Ihrer Investition von der Anzahlung bis zur finalen Eigentumsurkunde.

Häufig gestellte Fragen

Ja. Ab dem 1. Juli 2026 ist die Nutzung des Secure Payment Systems (Güvenli Ödeme Sistemi) für alle Immobilienkauf- und verkaufstransaktionen in der Türkei verpflichtend.

Das System hält Ihre Gelder auf einem sicheren Konto und gibt sie erst an den Verkäufer frei, wenn das Grundbuchamt die offizielle Eigentumsübertragung auf Ihren Namen bestätigt, wodurch die Zahlung und der Eigentumsübergang gleichzeitig erfolgen.

Wenn die offizielle Registrierung der Eigentumsübertragung nicht stattfindet, werden die in einem sicheren Treuhandkonto gehaltenen Mittel nicht an den Verkäufer freigegeben, wodurch das Kapital des Käufers geschützt bleibt.